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24. April 2018
Alexander Luginbühl
Pädagogik,
Christsein

Bildung kann nie wertneutral sein – Interview mit Rico Bossard im idea Spektrum

„Schulen versuchen in religiösen Belangen heute möglichst neutral zu sein. Was das im praktischen Schulalltag heisst, ist oft nicht klar. Rico Bossard von der VBG sieht die Gefahr, dass Religion ganz von der Schule verschwindet. Von Christof Bauernfeind“ (Quelle: idea Spektrum 18. April 2018)

Einige Kernpunkte des Interviews:

  • Schulen sollten religiös neutral sein, aber nicht religiös abstinent. Neutralität bedeutet nicht die Abwesenheit von Religion.
  • Religiöse Bildung soll den Zugang zu Religion ermöglichen, so wie Musikunterricht das musikalische Empfinden fördert.
  • Man interpretiert heute Neutralität oft so, dass man nicht über Werte redet. Bildung kann aber nicht wertneutral sein.
  • Immer mehr Menschen fehlt der Zugang zu Religion. Man braucht aber keine Angst vor Religion zu haben.

23. April 2018
Alexander Luginbühl
PH,
Christsein

3D Vision – UP, IN and OUT

Leitende aller Studierendengruppen, darunter auch Leitende von PH-Gruppen, trafen sich dieses Wochenende um in ihrer Leiterschaft gestärkt zu werden. Am wunderschönen Thunersee, bei sommerlichem Wetter nahmen wir, als angestellte Mitarbeiter der VBG, uns Zeit um mit den leitenden Studierenden unterwegs zu sein, sie zu fördern und bestärken in ihrem Glauben und Tun.

Im Zentrum stand dabei die 3D Vision – UP, IN and OUT. Drei Bereiche die jeder von uns in seinem Leben braucht und beachten sollte.

UP = mein Blick hebt sich zu Gott, Jesus Christus. Auf ihn richte ich mein Leben aus. Mk 12,29 + 30 (basisbibel.de) „Jesus antwortete: Das wichtigste Gebot ist dieses: Höre, Israel! Der Herr ist unser Gott, der Herr allein. 30 Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deinem ganzen Willen und mit deiner ganzen Kraft.„ 

IN = ich nehme mich selbst an, wie ich bin. Dadurch kann ich auch mir nahe Menschen lieben. Mk 12,31 (basisbibel.de) „Das zweite ist: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.„ 

OUT = ich begegne verschiedensten Menschen im Alltag und teile mit ihnen die gute Botschaft.

Von welchem Bereich brauchst du mehr in deinem Leben?


15. April 2018
Alexander Luginbühl
Pädagogik,
Christsein

Die religiöse Neutralität des Staates

Ende letzter Woche war ich an einen Workshop der Universität Zürich zum Thema „Weltanschaulich-religiöse Neutralität der öffentlichen Schule“. Ein Referat behandelte die rechtliche Sicht auf die religiöse Neutralität des Staates. Ich möchte hier zusammengefasst die wichtigsten Aussagen mit euch teilen.

Als rechtliche Grundlage gilt Artikel 15 der Bundesverfassung (unten abgebildet) sowie das Diskriminierungsverbot.

Daraus lässt sich schliessen, dass der Staat religiös neutral ist. Es ist aber auch klar, dass es keine absolute Gleichbehandlung der Religionsgemeinschaften gibt, einige Gemeinschaften erhalten Privilegien, andere nicht. Dabei ist wichtig, dass diese Ungleichbehandlung religiös neutral begründet werden muss, d.h. dass es sachliche Gründe braucht um die Religionsgemeinschaften verschieden zu behandeln. Das bedeutet, dass damit die Auswirkungen auf die Gemeinschaften verschieden sind. Es gibt trotz religiöser Neutralität keine Neutralität der Wirkungen.

Das Neutralitätsgebot wird auch eingegrenzt. So gilt das Gebot nur für den Staat, es gibt keine Neutralität der Gesellschaft. Es herrscht auch keine Wertneutralität, ebenso wie keine kulturelle Neutralität. Wir leben z.B. in einer westlichen Kultur und entsprechend hat die Gesellschaft gewisse Ausprägungen.

Wie lässt sich nun die Neutralität auf die Schule übertragen? Die Schule ist oft im Brennpunkt der Neutralitätsforderung. Es gilt eine allgemeine Schulpflicht. Und die Schülerinnen und Schüler sind in einem Alter wo sie beeinflussbar sind, darauf ist zu achten. Lehrpersonen können für sich als Person die Religionsfreiheit beanspruchen, gleichzeitig sind sie aber auch Repräsentanten des Staates. Ich als Lehrperson habe folglich eine ambivalente Stellung. Dessen muss ich mir bewusst sein.


10. April 2018
Alexander Luginbühl
Pädagogik,
Christsein

Wichtigste Fragen für Christen in Lehrberufen II

Falls Du den letzten Post zu den wichtigsten Fragen für Christen in Lehrberufen noch nicht gelesen hast, hier der Link: Wichtigste Fragen für Christen in Lehrberufen

Dieses Thema beschäftigt uns als angestellte Mitarbeiter des Fachkreises Pädagogik; wir suchen nach den wichtigsten Fragen für Christen in Lehrberufen.

Was sind solche wichtigen Fragen? Hier ein paar weitere Beispiele aus der letzten Sitzung:

  • Was heisst Neutralität im Unterricht?
  • Muss ich meinen Glauben in der Schule ablegen?
  • Wie ist der rechtliche Rahmen, in welchem ich mich beim Unterrichten bewege?

Falls Dir weitere Fragen in den Sinn kommen, welche für dich als Christ/Christin im Lehrberuf sehr bedeutend sind, so schreibe diese in einen Kommentar. Wir sind gespannt auf eure Kommentare.


28. März 2018
Alexander Luginbühl
Pädagogik,
Alltag

Friede sei mit euch

Jesus trat in ihre Mitte und sagte: „Friede sei mit euch“ - Joh. 20,19.

Nicht immer erkennen wir Gottes Gegenwart und seinen Frieden in unserem Alltag.

Weckerklingeln, gähnen, aufstehen, rasch duschen, das Frühstück verschlingen, wach werden, mit dem Auto losfahren, STAU (wieder mal), endlich in der Schule, vor dem Unterricht ein weiteres Mal den Problemen von Frau Müller zuhören, kopieren, STAU, kopieren, unterrichten, Mia hat Leim in den Haaren, Pause: Fynn und Leon trennen, unterrichten, im überfüllten Lehrerzimmer das aufgewärmte Essen vom Vortag verdrücken, unterrichten…

Wie sieht dein Alltag aus?

Ostern erinnert uns daran, dass Jesus uns begegnet. In unseren Schulzimmern und unserem Wirken will er gegenwärtig sein. Er spricht: Friede sei mit Dir.


26. März 2018
Gast
PH,
Alltag

Mehr Fragen als Antworten

Als Christ ist man an der PH keineswegs alleine, es fühlt sich jedoch nicht so an, als wären wir gemeinsam auf dem Weg. Es sind nicht Mit-Christen, sondern vielmehr Mit-Studenten. Freunde und Bekannte haben wir und sind wir, doch mehr nicht.

Und das spiegelt sich auch in unserem Studien-verständnis. An der PH gibt es zwar Religions-unterricht, doch ironischerweise scheint es dabei für echte Religion keinen Platz zu haben. Uns wird Neutralität gepredigt, vorgelebt und erwartet, dass wir sie auch weiterführen. Ich würde gerne sagen, dass es mich nicht betrifft, dass ich anders bin, doch ich kann es nicht. Auch ich fühle mich an der PH oft nicht wirklich als Christ, sondern mehr als Student. Wir sind uns niemals sicher, was von uns als „religiösen Menschen“ hier erwartet wird und es fühlt sich so an, als wüssten alle anderen auch nicht wirklich, wie sie mit uns umzugehen haben.

Wenn überall von Toleranz gesprochen wird und gleichzeitig Neutralität herrschen muss, scheint jeder Kommentar eine Gratwanderung. Diese Unsicherheit bezieht sich auch auf den Beruf. Einige von uns Christen sehen den Lehrerberuf vielleicht mehr als Berufung und nicht nur als Beruf. Doch wie viel Christ darf ich eigentlich sein?

Ich repräsentiere einen Staat, in welchem Neutralität schon sehr lange gross geschrieben wird und nun bin ich motiviert meiner Berufung in ein Schulzimmer zu folgen, muss den Glauben jedoch an der Türe stehen lassen? 

Wie bei vielen anderen pädagogischen Themen haben wir an der PH die Chance über diese Gedanken zu sprechen. Doch dabei bleibt meist es auch. Christliche Fragen in der Gebetsgruppe zu besprechen ist schön, doch es gibt häufig genauso wenig Antworten, was denn nun richtig ist, wie in den Studienmodulen zu anderen Themen. Ich hatte schon lange mehr Fragen als Antworten, doch ich hoffte diese an der PH zufriedenstellen zu können. Nun befürchte ich, dies wird nie der Fall sein.

Simeon V., PH-Student, 1. Studienjahr


19. März 2018
Gast
Alltag,
Pädagogik

Eusi Wält isch volle Wunder

Wenn ich jeweils mit meinen DrittkässlerInnen am Thema Schöpfungsgeschichte(n) arbeite, dann liegt der Fokus auf dem Staunen. «Eusi Wält isch volle Wunder, lueg doch nume id Natur, Gott de Schöpfer steckt dehinder, überall finsch sini Spur»; so heisst der Beginn des Liedes, welches wir als Einstieg in dieses faszinierende Thema zusammen lernen und welches die Kinder motiviert, den Wundern dieser Welt nachzuspüren.

Beispiel Wasser: Wir schauen uns bezaubernde Fotos von Wasser und seinen Erscheinungsformen an. Nur schon das Wunder der Schneeflocke enthält genug Inspiration für eine längere Sequenz. Leuchtende Kinderaugen, ehrfürchtiges Staunen.

Beispiel Berge: Ich zeige packende Kurzfilme von der Majestät, Wildheit und Schönheit der Berge. Die Aufnahmen, untermalt von passender Musik, ziehen die Kinder sichtlich in ihren Bann.

Beispiel Mensch: Ich konfrontiere die Kinder mit der Tatsache, dass sie in biologischer Hinsicht aus zwei winzig kleinen Zellen, welche bereits von Beginn an die gesamte Information der weiteren menschlichen Entwicklung enthalten, entstanden sind. Ich erkläre ihnen auch, dass man mit keinem noch so intelligenten Computer einen Menschen «bauen» kann.

Erkenntnis und Fazit: Hinter jedem Menschen steht letztlich ein grosses Geheimnis, eine schöpferische Intelligenz, ein genialer Künstler. Immer wieder mache ich die bewegende Erfahrung, dass dieses Eintauchen in die Welt des Staunens bei den Kindern Herzen und Sinne für die Dimension des Vertrauens und Glaubens öffnet.

Jürg S., Unterstufenlehrer, 30 Jahre Berufserfahrung


15. März 2018
Matthias Kägi
Filmtipps

Zum Tod von Stephen Hawkings

… hat SF2 gestern Abend, 14.3., den Film „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ aufgeschaltet. Stephen Hawkings ist vielen Christen als führender Exponent der Atheisten bekannt, anderen als schwer behindertes, äusserlich entstelltes Physik-Genie.

Der Film zeigt vor allem die Geschichte seiner 30-jährigen Ehe mit Jane - man könnte auch sagen, eine Geschichte zwischen Liebe und Wahrheit. Gleich zu Beginn wird klar: Sie ist tief gläubige Christin, er ist der Wahrheitssuche verpflichtet. Sie lässt sich nicht im Geringsten beirren durch seine anfangs leicht spöttischen Bemerkungen. Auch als er mit 21 die Diagnose erhält „ALS - progressive Dystrophie des muskulären Nervensystems, mit 2 Jahren Lebenserwartung“, lässt sie sich nicht beirren, sondern heiratet ihn. Und sie bleiben 30 Jahre verheiratet und haben drei Kinder!

Stephen erlangt durch seine Genialität bald Weltberühmtheit. Genau so hingebungsvoll wie Jane ihn durch die grausame Krankheit begleitet, so hingebungsvoll widmet er sich dem wisschenschaflichen Beweis, dass die Zeit einen Anfang hat. An einer Schlüsselstelle des Films wird er an einer öffentlichen Veranstaltung in den USA gefragt, ob er eine Lebensphilosophie habe, die ihn ohne Gott durchs Leben trage. Seine Antwort:

„Wo Liebe ist, da gibt es Hoffnung“.

Ein sehr berührender, überzeugender Film! https://www.imdb.com/title/tt2980516/


14. März 2018
Alexander Luginbühl
Pädagogik

Leidenschaftlich Lehren

Moscia… dort trafen sich dieses Wochenende die Mitarbeiter der VBG und ihre Familien zu einer Retraite. Ich möchte euch einen Gedanken aus einem Referat mitgeben.

Was ist einer der zentralsten Faktoren für den Lernerfolg unserer Schülerinnen und Schüler?

Leidenschaft… Leidenschaftliche Lehrer motivieren und tragen stark zum erfolgreichen Lernen der Schülerinnen und Schüler bei. Vielleicht stellst du dir mal die Frage:

Bin ich, lebe ich, unterrichte ich leidenschaftlich?

Meine Leidenschaften sind Menschen und Biochemie. Ich mag Menschen... ihre Vielfalt, ihre Kreativität, ihre Lernfähigkeit… und ich denke gerne darüber nach, was in einem menschlichen Körper so alles passiert. Unser Körper ist grossartig: Pro Sekunde laufen etwa 1021 chemische Reaktionen darin ab, wir atmen täglich 11‘000 Liter Luft ein, übertragen Informationen über die Nerven mit bis zu 400 km/h… Faszinierend!

Was ist deine Leidenschaft?


08. März 2018
Matthias Kägi
Alltag

Aufräumen

Ich habe kürzlich mit meinem 9-jährigen Enkel zusammen sein Pult aufgeräumt. Ich konnte einfach nicht mehr mit ansehen, wie er in all dem „Gnusch“ nicht einmal mehr einen Bleistift fand. Wir warfen vieles fort und räumten alles was blieb an vernünftigen Orten wieder ein. Jeremy war richtig engagiert dabei und sagte am Schluss: „Ah, das ist so ein gutes Gefühl, wieder einmal zu wissen, wo alles ist! Können wir auch grad noch meine Kleider neu einräumen?“ Ich war freudig überrascht. Es hätte ja auch sein können, dass er zum Aufräumen keine Lust gehabt hätte. Aber offenbar ging es ihm gleich wie mir: Der überschwappende Überfluss an Sachen, den er nicht mehr im Griff hatte, gab ihm ein ungutes Gefühl - vermutlich Frustration und Resignation. Sich durch ein Stück Zeit und Anstrengung von diesen Gefühlen zu entlasten, wirkte befreiend.

Ich habe oft den Eindruck, dass Kinder in unserer Gesellschaft zu Hause wie auch in der Schule durch den Überfluss belastet sind. Sie kapitulieren vor der Masse an Spielzeugen oder Arbeitsblättern und Büchern. Manche finden kaum mehr, was sie brauchen. Jesus sagte im Gleichnis vom Sämann: „Die Sorgen des Alltags und die Verlockungen des Reichtums ersticken den Geist.“ (Matth 13,22) Ich habe heute begonnen, mein Büchergestell wieder einmal auszumisten und neu einzuordnen. Was für ein gutes Gefühl! Zwar schien es wie ein Luxus, mir die Zeit dafür zu nehmen. Aber sie hat sich mehr als gelohnt!


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