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23. Mai 2018
Alexander Luginbühl
Christsein,
Pädagogik

Pfingsten - Geburtstag der Kirche

Über Pfingsten war ich mit meiner Familie am Gemeindewochenende unserer Kirche. Eine Aussage der Pfingstpredigt blieb bei mir hängen: "Wir feiern den Geburtstag der Kirche". Nicht dass ich das nicht gewusst hätte, aber Geburtstage - die feiert man eigentlich auch in der Schule. Die Geburtstage der Kinder, den Geburtstag der Schweiz, runde Geburtstage des Dorfes oder der Stadt in der man lebt - Geburtstagen gedenkt man.

Sollte nicht gerade auch in der Schule der Geburtstags der Kirche gefeiert werden?

Ich finde, dass wir mutig den Geburtstag der Kirche im Unterricht besprechen sollen, müssen. Alle geniessen das freie Pfingstwochenende, aber kaum jemand weiss, was an Pfingsten geschehen ist. Daher gehört es zu einer ausgewogenen Bildung zu erfahren, dass die Kirche an Pfingsten Geburtstag hat und dass Gott damals und auch heute den Menschen den Heiligen Geist als Beistand zur Seite gestellt hat und stellt.


14. Mai 2018
Alexander Luginbühl
Pädagogik

Holunderblüten

Die letzten Tage durfte ich mit meiner Frau die Sonne in unserem Garten geniessen. Alles wächst – das gewollte und ungewollte Kraut – wunderbar. Die verschiedenen Kräuter, Blumen, die noch kleinen und grünen Früchte, die summenden Bienen – wilde und gezähmte, die Schöpfung in ihrer Pracht, die durchdringende Lebens- und Wachstumskraft,… all das durften wir erleben. Und dann waren da noch die ersten Holunderblüten.

Holunderblüten sind etwas Wunderbares. Sie riechen gut und damit kann ich die verschiedensten Produkte herstellen: Holunderblütensirup, Holunderblüten-Erdbeer-Konfi, Holunderblütenzucker, Holunderblütensekt...

Ein Stück blühende Natur, die man sich auch ins Schulzimmer holen kann. Holunder findet sich fast an jedem Waldrand. Warum sammelst du nicht auf einem Frühlingsspaziergang mit deinen Schülerinnen und Schülern ein paar Blütendolden und machst mit ihnen Holunderblütensirup?

Rezept Holunderblütensirup:

  • 4-5 Holunderblütendolden, gut ausschütteln und waschen, in Gefäss mit 2 L Inhalt geben
  • 1 Liter Wasser aufkochen und über die Dolden giessen
  • 500 g Zucker, 25 g Zitronensäure (in Drogerien erhältlich) zugeben, gut umrühren
  • 1-2 Tage zugedeckt stehen lassen, durch eine Gaze filtrieren
  • 1 kg Zucker zugeben, aufkochen oder bis mind. 80°C erhitzen
  • randvoll in heisse Flaschen füllen und sofort verschliessen

07. Mai 2018
Matthias Kägi
Christsein

Christ = schwach?

Immer wieder höre ich von Christen - Lehrpersonen und anderen - dass sie sich am Arbeitsplatz ducken. Besonders wenn man sich in einem „aufgeklärten“ Umfeld bewegt, hört man hie und da Bemerkungen über die „rückständigen“, „erzkonservativen“, „intoleranten“,„fundamentalistischen“ „Fischli-Christen“. Oft hauen ja auch die Medien in die gleiche Kerbe. Als Christ fühlt man sich dann fehl am Platz. Man sagt lieber nichts - aus Angst, man mache es nur schlimmer oder man sei diesen Giftspritzen unterlegen.

Aber im Nachhinein fühlt man: Das Sich-Verstecken war eigentlich eine schwache Strategie. Warum sind wir nicht gelassen und gewitzt genug, um in solchen Situationen ein positives Zeichen für den christlichen Glauben zu setzen? Aber wir können lernen, anders zu reagieren. Man muss sich ein bisschen Zeit nehmen, um sich auf diese Situationen vorzubereiten.

Wir haben in Zürich eine „Apolopraxis“-Gruppe, wo wir uns vier mal pro Jahr von 18.30 bis 20.00 treffen. „Apologetik“ ist die Verteidigung des Glaubens, und wir üben anhand von realen Situationen, wie man gut reagieren kann. Wir schauen die rechtlichen, sozialen, weltanschaulichen und psychologischen Momente an und spielen dann die Situation als Rollenspiel. Es macht Spass und ist lehrreich! Falls Du interessiert bist, melde dich doch bei matthias.kaegi(at)vbg.net.


02. Mai 2018
Alexander Luginbühl
Christsein,
Pädagogik

Dein Reich komme

In der Predigt, welche ich letzten Sonntag hören durfte, ging es um das Reich Gottes. Ein Punkt daraus hat mich in den letzten Tagen, bei meinen stillen Spaziergängen mit unserem Hund, beschäftigt. Wir leben in einer Zwischenzeit, im „Schon-Jetzt“ und „Noch-Nicht“. Es überlagern sich die weltlichen Systeme und das Reich Gottes. Wir befinden uns in einem Spannungsfeld zwischen Himmel und Erde. Mir kam rasch das Lied „Zwischen Himmel und Erde“ in den Sinn. Da heisst es: „Mitten in dieser Welt, doch nicht von dieser Welt, wir gehören zu dir und doch sind wir noch hier“.

Genau so sollten wir unterrichten. Dieses „Schon-Jetzt“ und „Noch-Nicht“ beschreibt wunderbar die Neutralität, mit welcher ich als Lehrperson auftrete. Das Wort „neutral“ kommt vom Lateinischen „ne-utrum“ und bedeutet „keines von beiden“. Als Christen sind wir nicht nur „mitten in dieser Welt“, aber auch nicht nur „nicht von dieser Welt“. Jede Medaille hat zwei Seiten und nur zwei Seiten machen eine Medaille. Wenn ich nur eine Seite betrachte, so fehlt die Sicht auf die andere Seite. Wenn ich im Unterricht nur dem hier, dem weltlichen System, den Naturwissenschaften Raum gebe, also religiös abstinent lehre, so fehlt die eine Hälfte. Neutralität heisst nicht Abstinenz, sondern bedeutet in Ausgewogenheit den Kindern und Jugendlichen zu begegnen. Dazu gehört auch der Religionsunterricht, das Vorstellen der Religionen, aber auch das Vermitteln religiöser Traditionen und Werte.

Ich lebe im Spannungsfeld zwischen Himmel und Erde, gerade auch in der Schule. Und gerade durch das „Mitten in dieser Welt, doch nicht von dieser Welt“ sind wir als Christen für einen ausgewogenen, unparteiischen, neutralen Unterricht prädestiniert.

Was meinst du dazu?

Dieser Text erscheint auch im Newsletter der Fachkreises Pädagogik. Falls du mehr über den Newsletter wissen willst, so klicke hier!


24. April 2018
Alexander Luginbühl
Pädagogik,
Christsein

Bildung kann nie wertneutral sein – Interview mit Rico Bossard im idea Spektrum

„Schulen versuchen in religiösen Belangen heute möglichst neutral zu sein. Was das im praktischen Schulalltag heisst, ist oft nicht klar. Rico Bossard von der VBG sieht die Gefahr, dass Religion ganz von der Schule verschwindet. Von Christof Bauernfeind“ (Quelle: idea Spektrum 18. April 2018)

Einige Kernpunkte des Interviews:

  • Schulen sollten religiös neutral sein, aber nicht religiös abstinent. Neutralität bedeutet nicht die Abwesenheit von Religion.
  • Religiöse Bildung soll den Zugang zu Religion ermöglichen, so wie Musikunterricht das musikalische Empfinden fördert.
  • Man interpretiert heute Neutralität oft so, dass man nicht über Werte redet. Bildung kann aber nicht wertneutral sein.
  • Immer mehr Menschen fehlt der Zugang zu Religion. Man braucht aber keine Angst vor Religion zu haben.

23. April 2018
Alexander Luginbühl
PH,
Christsein

3D Vision – UP, IN and OUT

Leitende aller Studierendengruppen, darunter auch Leitende von PH-Gruppen, trafen sich dieses Wochenende um in ihrer Leiterschaft gestärkt zu werden. Am wunderschönen Thunersee, bei sommerlichem Wetter nahmen wir, als angestellte Mitarbeiter der VBG, uns Zeit um mit den leitenden Studierenden unterwegs zu sein, sie zu fördern und bestärken in ihrem Glauben und Tun.

Im Zentrum stand dabei die 3D Vision – UP, IN and OUT. Drei Bereiche die jeder von uns in seinem Leben braucht und beachten sollte.

UP = mein Blick hebt sich zu Gott, Jesus Christus. Auf ihn richte ich mein Leben aus. Mk 12,29 + 30 (basisbibel.de) „Jesus antwortete: Das wichtigste Gebot ist dieses: Höre, Israel! Der Herr ist unser Gott, der Herr allein. 30 Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deinem ganzen Willen und mit deiner ganzen Kraft.„ 

IN = ich nehme mich selbst an, wie ich bin. Dadurch kann ich auch mir nahe Menschen lieben. Mk 12,31 (basisbibel.de) „Das zweite ist: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.„ 

OUT = ich begegne verschiedensten Menschen im Alltag und teile mit ihnen die gute Botschaft.

Von welchem Bereich brauchst du mehr in deinem Leben?


15. April 2018
Alexander Luginbühl
Pädagogik,
Christsein

Die religiöse Neutralität des Staates

Ende letzter Woche war ich an einen Workshop der Universität Zürich zum Thema „Weltanschaulich-religiöse Neutralität der öffentlichen Schule“. Ein Referat behandelte die rechtliche Sicht auf die religiöse Neutralität des Staates. Ich möchte hier zusammengefasst die wichtigsten Aussagen mit euch teilen.

Als rechtliche Grundlage gilt Artikel 15 der Bundesverfassung (unten abgebildet) sowie das Diskriminierungsverbot.

Daraus lässt sich schliessen, dass der Staat religiös neutral ist. Es ist aber auch klar, dass es keine absolute Gleichbehandlung der Religionsgemeinschaften gibt, einige Gemeinschaften erhalten Privilegien, andere nicht. Dabei ist wichtig, dass diese Ungleichbehandlung religiös neutral begründet werden muss, d.h. dass es sachliche Gründe braucht um die Religionsgemeinschaften verschieden zu behandeln. Das bedeutet, dass damit die Auswirkungen auf die Gemeinschaften verschieden sind. Es gibt trotz religiöser Neutralität keine Neutralität der Wirkungen.

Das Neutralitätsgebot wird auch eingegrenzt. So gilt das Gebot nur für den Staat, es gibt keine Neutralität der Gesellschaft. Es herrscht auch keine Wertneutralität, ebenso wie keine kulturelle Neutralität. Wir leben z.B. in einer westlichen Kultur und entsprechend hat die Gesellschaft gewisse Ausprägungen.

Wie lässt sich nun die Neutralität auf die Schule übertragen? Die Schule ist oft im Brennpunkt der Neutralitätsforderung. Es gilt eine allgemeine Schulpflicht. Und die Schülerinnen und Schüler sind in einem Alter wo sie beeinflussbar sind, darauf ist zu achten. Lehrpersonen können für sich als Person die Religionsfreiheit beanspruchen, gleichzeitig sind sie aber auch Repräsentanten des Staates. Ich als Lehrperson habe folglich eine ambivalente Stellung. Dessen muss ich mir bewusst sein.


10. April 2018
Alexander Luginbühl
Pädagogik,
Christsein

Wichtigste Fragen für Christen in Lehrberufen II

Falls Du den letzten Post zu den wichtigsten Fragen für Christen in Lehrberufen noch nicht gelesen hast, hier der Link: Wichtigste Fragen für Christen in Lehrberufen

Dieses Thema beschäftigt uns als angestellte Mitarbeiter des Fachkreises Pädagogik; wir suchen nach den wichtigsten Fragen für Christen in Lehrberufen.

Was sind solche wichtigen Fragen? Hier ein paar weitere Beispiele aus der letzten Sitzung:

  • Was heisst Neutralität im Unterricht?
  • Muss ich meinen Glauben in der Schule ablegen?
  • Wie ist der rechtliche Rahmen, in welchem ich mich beim Unterrichten bewege?

Falls Dir weitere Fragen in den Sinn kommen, welche für dich als Christ/Christin im Lehrberuf sehr bedeutend sind, so schreibe diese in einen Kommentar. Wir sind gespannt auf eure Kommentare.


28. März 2018
Alexander Luginbühl
Pädagogik,
Alltag

Friede sei mit euch

Jesus trat in ihre Mitte und sagte: „Friede sei mit euch“ - Joh. 20,19.

Nicht immer erkennen wir Gottes Gegenwart und seinen Frieden in unserem Alltag.

Weckerklingeln, gähnen, aufstehen, rasch duschen, das Frühstück verschlingen, wach werden, mit dem Auto losfahren, STAU (wieder mal), endlich in der Schule, vor dem Unterricht ein weiteres Mal den Problemen von Frau Müller zuhören, kopieren, STAU, kopieren, unterrichten, Mia hat Leim in den Haaren, Pause: Fynn und Leon trennen, unterrichten, im überfüllten Lehrerzimmer das aufgewärmte Essen vom Vortag verdrücken, unterrichten…

Wie sieht dein Alltag aus?

Ostern erinnert uns daran, dass Jesus uns begegnet. In unseren Schulzimmern und unserem Wirken will er gegenwärtig sein. Er spricht: Friede sei mit Dir.


26. März 2018
Gast
PH,
Alltag

Mehr Fragen als Antworten

Als Christ ist man an der PH keineswegs alleine, es fühlt sich jedoch nicht so an, als wären wir gemeinsam auf dem Weg. Es sind nicht Mit-Christen, sondern vielmehr Mit-Studenten. Freunde und Bekannte haben wir und sind wir, doch mehr nicht.

Und das spiegelt sich auch in unserem Studien-verständnis. An der PH gibt es zwar Religions-unterricht, doch ironischerweise scheint es dabei für echte Religion keinen Platz zu haben. Uns wird Neutralität gepredigt, vorgelebt und erwartet, dass wir sie auch weiterführen. Ich würde gerne sagen, dass es mich nicht betrifft, dass ich anders bin, doch ich kann es nicht. Auch ich fühle mich an der PH oft nicht wirklich als Christ, sondern mehr als Student. Wir sind uns niemals sicher, was von uns als „religiösen Menschen“ hier erwartet wird und es fühlt sich so an, als wüssten alle anderen auch nicht wirklich, wie sie mit uns umzugehen haben.

Wenn überall von Toleranz gesprochen wird und gleichzeitig Neutralität herrschen muss, scheint jeder Kommentar eine Gratwanderung. Diese Unsicherheit bezieht sich auch auf den Beruf. Einige von uns Christen sehen den Lehrerberuf vielleicht mehr als Berufung und nicht nur als Beruf. Doch wie viel Christ darf ich eigentlich sein?

Ich repräsentiere einen Staat, in welchem Neutralität schon sehr lange gross geschrieben wird und nun bin ich motiviert meiner Berufung in ein Schulzimmer zu folgen, muss den Glauben jedoch an der Türe stehen lassen? 

Wie bei vielen anderen pädagogischen Themen haben wir an der PH die Chance über diese Gedanken zu sprechen. Doch dabei bleibt meist es auch. Christliche Fragen in der Gebetsgruppe zu besprechen ist schön, doch es gibt häufig genauso wenig Antworten, was denn nun richtig ist, wie in den Studienmodulen zu anderen Themen. Ich hatte schon lange mehr Fragen als Antworten, doch ich hoffte diese an der PH zufriedenstellen zu können. Nun befürchte ich, dies wird nie der Fall sein.

Simeon V., PH-Student, 1. Studienjahr


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