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20. April 2019
Alexander Luginbühl

Themenkreis Neutralität - pH 7

Neutral... dieser Begriff kommt auch in der Chemie vor. Reines Wasser ist neutral und hat damit einen pH-Wert von 7. Für alle Nichtchemiker: der pH-Wert gibt an ob eine Lösung sauer oder alkalisch ist und reicht von 0-14. 7 ist genau in der Mitte, reines Wasser ist folglich weder sauer, noch alkalisch. Es ist also keines von beidem, lat. ne-utrum, also neutral.

Doch das ist auf der Teilchenebene nicht korrekt. Reines Wasser enthält neben den Wasserteilchen auch die Teilchen, welche dafür verantwortlich sind, ob eine Lösung sauer oder alkalisch ist. Die beiden Teilchensorten (H3O+ und OH-) liegen in gleichen Mengen vor. Wasser hat somit eine ausgewogene Zahl an Ionen, welche den pH-Wert beeinflussen.

Gleiches gilt für die Schule: Lehrpersonen müssen neutral sein. Aus der Chemie übertragen gilt: Lehrerinnen und Lehrer sind idealerweise weder religiös, noch nicht religiös. Sie sollten keines von beiden, also neutral sein.

Doch das ist bei uns Menschen nicht möglich. Als Lehrperson bin ich entweder Mann oder Frau, ich bin religiös oder nicht religiös, usw. Neutralität im Rahmen der Schule meint folglich eine Ausgewogenheit. Ich kann durchaus meine Religion, meine politische Ansicht, meine Hobbys mit meinen Schülerinnen und Schülern teilen. Wichtig ist, dass ich ihnen nicht meine Ansichten aufzwinge, sondern ausgewogen und in einer klaren Ich-Botschaft meine Ansichten teile.

Was heisst für dich Neutralität?


18. März 2019
Alexander Luginbühl

Themenkreis Neutralität - Mut machen

Letzte Woche hatte ich einen ganzen Tag mündliche Fachmatur-Prüfungen. Ich stand frühmorgens vor meinem ersten Prüfling und bat ihn in das Vorbereitungszimmer. Er entgegnete mir: "Können Sie mir noch kurz Zeit geben, ich bin am beten." Auf so eine Aussage war ich nicht vorbereitet. Ich reagierte spontan, bestärkte ihn in seinem Vorhaben und gab ihm noch 2 Minuten Zeit um sein Gebet abzuschliessen.

Wie oft erlebst du, dass eine Schülerin, ein Schüler dir als Lehrperson ihren/seinen Glauben offenbart? Wie reagierst du darauf?

Beim Themenbereich "Neutralität" geht es nicht nur darum, dass wir als Lehrpersonen unseren Glauben bekennen, sondern auch, dass wir unseren Schülern/Schülerinnen Raum geben um ihren Glauben zu bekennen.

Wie wir als Lehrperson auf eine solche Aussage, wie in meinem Erlebnis geschildert, reagieren, beeinflusst, ob unsere Schülerinnen und Schüler ihren Glauben verstecken oder zeigen. Klar, wir sind nur ein Faktor, der einen Einfluss hat. Aber ich bin überzeugt, dass wir Entscheidendes beitragen können.

Es braucht Mut seinen Glauben vor seinen Kolleginnen und Kollegen zu bekennen. Ich glaube, dass es noch viel mehr Mut braucht seinen Glauben vor der Lehrperson zu bekennen.

Ich habe mich entschieden, dass ich meinen Schülerinnen und Schülern Mut machen will, nicht nur in ihrem Leben, insbesondere auch im Bekennen ihres Glaubens.

Wie stehst du dazu?


26. Februar 2019
Alexander Luginbühl

Spezial-Workshop für Lehrpersonen

Diesen Samstag, 2. März 2019, findet der VBG Studientag zum Thema "Wie wir das Evangelium weitergeben können" statt.

Am Nachmittag gibt es einen Spezial-Workshop für Lehrpersonen mit Martin Stadelmann, Prof. Dr., Daniela Mühlethaler, lic. theol. zum Thema "Religiöse Neutralität".

Komm vorbei! Weitere Infos und die Anmeldung findest du hier.


15. Februar 2019
Alexander Luginbühl

Neutralität in der Schule

Neutralität ist heutzutage ein wichtiges Schlagwort im Zusammenhang mit Schule. Politiker, Schulleitungen, Eltern, Lehrer und Schüler verweisen immer wieder auf die Neutralität der Schule und prangern alles an, was nicht ihrer Vorstellung von Neutralität entspricht.

Doch was meint eigentlich der Begriff "Neutralität"? Neutralität leitet sich vom lateinischen Wort ne-utrum, was "keines von beidem" bedeutet, ab.

Was bedeutet das für unsere Schule? Die neutrale Lehrperson darf kein Mann, aber auch keine Frau sein. Sie darf nicht sportlich, aber auch nicht unsportlich sein. Sie darf nicht religös, aber auch nicht areligiös sein. Etc.

Michael In Albon, Jugendmedienschutzbeauftragter der Swisscom, hat in einem Zeitungsartikel, wo es um die Neutralität eines Lehrers ging, folgende Aussage gemacht: "... dann könnte man sich die Lehrperson als asexuelle, genormte und absolut neutrale Person vorstellen."

Er fügt im nächsten Satz aber glücklicherweise noch an: "Das ist sie aber nie und das Internet macht sichtbar, dass auch Lehrpersonen ein Privatleben haben. In erster Linie ist auch der Lehrer eine Person mit bestimmten Neigungen, Interessen und Hobbys, die nicht mit seiner Funktion übereinstimmen müssen".

Ich stimme der Aussage von Herrn In Albon zu. Ich bin Lehrer, ich bin ein Mann, ich bin Christ, ich koche gerne, mag Tiere, bin Nichtvegetarier... Ich bin nicht neutral. Im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern teile ich meine Interessen und Hobbys mit. Und ich erzähle auch, dass ich Christ bin.

Neutralität im Zusammenhang mit Schule meint, dass ich nicht indoktrinierend bin. Ich soll ausgewogen von mir erzählen und nicht meine Interessen, meinen Glauben als die einzig Richtigen darstellen.

Teilst du deine Interessen, deinen Glauben deinen Schülerinnen und Schülern mit?


28. Januar 2019
Alexander Luginbühl

Nicht-Neutralität der Lehrpersonen

Ende letzter Woche habe ich in einer Online-Zeitung einen Bericht über einen etwas gar freizügigen Lehrer gelesen. Offensichtlich zeigte er sich auf Instagram mit sehr freizügigen Bildern. Was wiederum Eltern und Leser störte. Gemäss dem Online-Artikel hat die Schulleitung kein Problem damit, was der Lehrer in seinem Privatleben tut, ausser es würde seine Arbeit an der Schule beeinträchtigen.

Zum Thema wurde der Jugendmedienschutz-Beauftragte der Swisscom befragt. Ein Abschnitt aus seinen Antworten möchte ich hier zitieren: "Wenn man von einer Lehrperson erwartet, dass sie die genau gleichen Werte vertritt wie man selbst und diese Werte auch noch als gesellschaftliches Ideal sieht, dann könnte man sich die Lehrperson als asexuelle, genormte und absolut neutrale Person vorstellen. Das ist sie aber nie."

Diese Aussage ist relevant. Auch bei der Frage ob mein persönlicher Glaube in der Schule sichtbar werden darf. Er darf sichtbar werden, denn wir als Lehrpersonen sind keine genormten und absolut neutrale Personen.


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