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15. Oktober 2018
Alexander Luginbühl

Pädagogische Kurswoche - Rückblick

"Konfliktmanagement im Schulalltag" - dies war unser Thema in der pädagogischen Kurswoche letzte Woche. Ich lernte in dieser Woche viele interessante Menschen kennen, hatte gute und tiefe Gespräche und lernte sehr viel über Konfliktprävention und den Umgang mit Konflikten.

Monica Kunz, unsere Referentin hatte die für die Schule wichtigen Themen und Instrumente des Konfliktmanagements passgenau zusammengestellt. So habe ich einiges über den Umgang mit Gefühlen und Stress gelernt. Ich bin motiviert das Gelernte in meiner Schule, in meinem Unterricht, in meiner Klasse anzuwenden. Eigentlich sollten alle Lehrpersonen, alle Eltern, alle Schüler und alle Schulleitungen über ein Grundwissen bezüglich Konfliktmanagement und Prävention verfügen.

Daher möchte ich im Verlauf der nächsten Wochen einige Themen, welche mich sehr angesprochen haben mit euch teilen.

Pädagogische Kurswoche - Rückblick

05. Oktober 2018
Alexander Luginbühl

Themenkreis Konflikte - Wahrheit

Ein Bibeltext, welcher mir in der Vorbereitung der pädagogischen Kurswoche begegnet und hängen geblieben ist, ist Joh 14,6: Jesus antwortete ihm: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben."

Gerade in Konflikten, aber auch in anderen schwierigen, herausfordernden Situationen nehmen wir es heute nicht mehr so genau mit der Wahrheit. Ein bisschen die Wahrheit dehnen liegt doch durchaus drin.

Gibt es überhaupt DIE Wahrheit? Macht sich nicht jeder Mensch seine eigene Wahrheit? Ist nicht das wahr, was für mich stimmt, was ich als wahr empfinde?

Insbesondere seit Fakten als Fake News gelten, oder Fake News wahr sind, ist uns oft unklar was die Wahrheit ist. Und wir stellen uns heutzutage oft die Frage: "Was ist wahr?" Jesus sagt klar, dass er die Wahrheit ist. Es gibt eine absolute Wahrheit. Egal wie ich es drehen und wenden will, es gibt die Wahrheit. Diese Tatsache, dass es eine einzige Wahrheit gibt, gibt Halt, Sicherheit. Gerade in der heutigen Zeit, wo es subjektive Wahrheiten gibt und Wahrheit ein dehnbarer Begriff ist.

Meine Wahrheit ist Jesus Christus, an ihm orientiere ich mich und er ist das Mass, welches ich anlege, wenn die Frage aufkommt: "Was ist wahr?"


17. September 2018
Alexander Luginbühl

Themenkreis Konflikte - Emotionen

Wie die Auswertung der Umfrage zum Thema Konflikte ergab (siehe hier), sind Emotionen bei Konflikten immer im Spiel. Dies sind in erster Linie negative Emotionen, wie z.B. Angst, Wut, Schmerz, Hilflosigkeit,... Leider können wir diese Emotionen nicht einfach abstellen, aber wir können lernen damit umzugehen. Dazu ein paar Gedanken.

Das Wort "Konflikt" kommt vom lateinischen Wort "confligo", was zusammenstossen, kämpfen, im Widerstreit stehen bedeutet. Wenn Menschen in eine solche bedrohliche Situation geraten, wird das sympathische Nervensystem aktiviert. Dieses System ist Teil des vegetativen Nervensystems und es ist ein automatisch ablaufendes System, welches willentlich nicht beeinflusst werden kann, höchstens indirekt. Der Sympathicus versetzt den Körper in hohe Leistungsbereitschaft, bereitet ihn auf Kampf oder Flucht bei tatsächlicher oder gefühlter Belastung/Bedrohung vor. Im sprichwörtlichen Sinn sind wir auf hundertachtzig.

Wie gehe ich mit solchen Situationen um? Wie finde ich Ruhe? Wie kann ich trotz rasendem Herzen angemessen reagieren?

Auch die Jünger waren gelegentlich dem sympathischen Nervensystem ausgeliefert. So zum Bsp. in Matthäus 8,23 ff.: "Jesus stieg in das Boot und seine Jünger folgten ihm. Da brach plötzlich ein starker Sturm auf dem See los, und die Wellen drohten das Boot unter sich zu begraben. Aber Jesus schlief. Die Jünger gingen zu ihm und weckten ihn. Sie riefen: »Herr, rette uns! Wir gehen unter!« Jesus sagte zu ihnen: »Warum habt ihr solche Angst? Ihr habt zu wenig Vertrauen!« Dann stand er auf und bedrohte den Wind und den See. Da wurde es ganz still."

Auch wir haben Angst, aber auch Zorn, Wut, Hilflosigkeit,... Jesus stillt den Sturm, so auch den Sturm der Angst, des Zorns, der Hilflosigkeit in uns. Daher versuche ich in Konfliktsituationen Ruhe und Halt in ihm zu finden. Ein kurzes, stilles Gebet, ja ein Hilferuf zu Gott bleibt nie ungehört. Wenn ich in einer Konfliktsituation bin, nicht weiter weiss, von negativen Emotionen gefangen bin, dann hilft Jesus Christus weiter. Mir kommt in ausweglosen Situationen meist Johannes 16,33 in den Sinn "In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden". Mein Blick hebt sich dann zu ihm, weg von meinen Ängsten und Konflikten, und diese sind dann nicht mehr so bedrohlich und wichtig.

Siehst du in gewissen Situationen, Konflikten keinen Ausweg? Bist du manchmal voller Angst, Wut, Hilflosigkeit? Rufst du zu Gott in deiner Not? Versuch's doch mal. Er stillt den Sturm.


27. August 2018
Alexander Luginbühl

Themenkreis Konflikte - Pädagogische Kurswoche

Der Themenkreis Konflikte hat uns in den letzten Monaten beschäftigt. Er wird mit der Pädagogischen Kurswoche zum Thema "Konfliktmanagement im Schulalltag" abgeschlossen.

Die Kurswoche findet vom 7. - 13. Oktober 2018 in Moscia statt. Es hat noch freie Plätze und ich würde mich freuen viele von euch Lesern in dieser pädagogischen Weiterbildungswoche persönlich kennen lernen zu dürfen.

Das Wochenprogramm findest du hier. Weitere Infos gibt es hier.


20. August 2018
Alexander Luginbühl

Themenkreis Konflikte - Auswertung Umfrage

In den beiden letzten Newslettern habe ich euch gebeten eine kurze Umfrage zum Thema Konflikte auszufüllen. 33 Personen habe an der Umfrage teilgenommen.

Zusammengefasst kann man sagen: Konflikte haben nicht immer mit Gerechtigkeitsfragen zu tun, sie haben aber fast immer mit Emotionen zu tun. Wir alle leben mit Konflikten und Versöhnung ist ein zentraler Teil einer Konfliktlösung. Am schwersten wiegt ein Konflikt mit Arbeitskolleginnen und -kollegen. Zu Schülern und Eltern haben wir oft etwas mehr Abstand. Als grösste Hürde für eine Konfliktlösung habt ihr geschrieben: fehlender Mut, hindernde Emotionen, Angst oder Stolz.

Hier folgen die einzelnen Resultate der Umfrage:


09. Juli 2018
Alexander Luginbühl

Themenkreis Konflikte - Leidenschaft

Leidenschaft ist auch mit unserem aktuellen Themenkreis Konflikte verbunden. Leidenschaft hält auch Konflikte aus, geht ihnen nicht aus dem Weg. So auch Jesus (Mk 3,1-6): Wieder ging Jesus in die Synagoge. Dort war ein Mann mit einer gelähmten Hand. Die Pharisäaer lauerten darauf, dass Jesus ihn an einem Sabbat heilte, damit sie ihn anklagen konnten. Und Jesus sagte zu dem Mann mit der gelähmten Hand: »Steh auf und tritt in die Mitte.« Und er fragte sie: »Was ist am Sabbat erlaubt? Gutes tun oder Böses? Soll man einem Menschen das Leben retten oder ihn umkommen lassen?« Keiner sagte etwas. Jesus blickte sie zornig an. Er war traurig, dass sie so unbarmherzig waren. Zu dem Mann sagte er: »Strecke deine Hand aus!« Er streckte seine Hand aus und sie wurde geheilt. Die Pharisäer gingen hinaus und fassten gemeinsam den Beschluss: Jesus muss sterben.

Wenn Jesus Konflikte nicht gescheut hat um uns Menschen zu retten, dann ist mir das ein Vorbild, gerade auch als Lehrperson. Ich wünsche uns, dass wir unserer Leidenschaft für Kinder und junge Menschen nachgehen und alles geben, auch bei Schwierigkeiten, hohen Kosten, Ängsten und Konflikten, so wie Jesus Christus das getan hat.

Bist du dazu bereit?

Dieser Text erscheint auch im Newsletter der Fachkreises Pädagogik. Falls du mehr über den Newsletter wissen willst, so klicke hier!


11. Juni 2018
Alexander Luginbühl

05. Juni 2018
Alexander Luginbühl

Themenkreis Konflikte - Gerechtigkeit

Konflikte kennen und erleben wir alle – sie gehören zum Menschsein dazu – Konflikte mit unseren Kindern, Eltern, Arbeitskollegen und -kolleginnen, Schulleitern, Schülern,…

Das Thema Konflikte beschäftigt uns auch in der diesjährigen pädagogischen Kurswoche. Monica Kunz, eine erfahrene Konfliktmanagerin und Mediatorin, führt uns in die verschiedenen Facetten des Konfliktmanagements im Kontext Schule ein. Mehr zur pädagogischen Kurswoche gibt es hier.

Konflikte erlebe ich als Gymilehrer auch mit meinen Schülerinnen und Schülern. Ein regelmässig wiederkehrender Konfliktpunkt sind die Absenzen und als Klassenlehrer bin ich das Kontrollorgan, der Richter, welcher über entschuldigte und unentschuldigte Absenzen, das Einhalten der Fristen,… entscheidet. Aus Schülersicht bin ich ein guter Lehrer, wenn ich gerecht bin.

Was meint denn eigentlich Gerechtigkeit? Wikipedia meint dazu: Ein menschliches Verhalten gilt als gerecht, wenn Gleiches gleich und Ungleiches ungleich behandelt wird. Ich hatte einen Schüler, welcher oft im Unterricht fehlte, meistens mit Migräne, die er „zufällig“ fast immer während den Französisch-Lektionen oder frühmorgens hatte. Der Fall ist klar: ein Schwänzer, der muss hart bestraft werden. Ist das gerecht? Auch wenn er mir jedes Mal versichert, dass er wirklich Migräne hatte?

Ein anderes Beispiel: „Der verlorene Sohn“ aus menschlicher Sicht. Er kehrt, nachdem er sein Erbe verprasst hat, zerlumpt und stinkend zu seinem Vater zurück. Auch hier ist der Fall klar nach Lk 15, 19: Der Sohn spricht: „Ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn genannt zu werden. Nimm mich als Arbeiter in deinen Dienst.“ Wäre das gerecht?

Wie wir alle wissen, geht das Gleichnis anders aus: der Vater sieht seinen Sohn aus der Ferne, er läuft ihm entgegen, fällt ihm um den Hals und küsst ihn. Anschliessend gibt er ihm sein schönstes Gewand, einen Ring und sie feiern, dass der Sohn wiedergefunden wurde. So wie der Vater hier auf seinen Sohn zugeht, auch so sehe ich Jesus auf Menschen zugehen: liebevoll, geduldig, sehnend, barmherzig und vergebend.

Ich spreche also meinen Schüler liebevoll auf seine häufigen Migräneattacken an und als er mir versichert, dass er sich dessen bewusst sei und halt oft Migräne habe, so akzeptiere ich im Vertrauen seine Entschuldigung. Ist das gerecht? Oder eine selten fehlende, hilfsbereite, fleissige Schülerin, welche mir das Absenzenbüchlein hinstreckt – 4 Lektionen gefehlt um die Maturarbeit fertig zu machen – klar, Fehlen im Unterricht geht nicht, sie gibt das Schwänzen zu. Ich entschuldige ihre 4 Lektionen nicht und das wird auch im Zeugnis so ersichtlich. Ist das gerecht?

Vielleicht sollte ich noch anfügen… ich habe unter die unentschuldigte Absenz geschrieben: „Danke für ihre Ehrlichkeit, bleiben sie weiterhin so ehrlich.“ Und das wünsche ich uns allen, dass wir liebevoll, geduldig, barmherzig und vergebend allen Menschen begegnen können, gerade auch trotz allen Regeln die es an einer Schule gibt – also gerecht sein können – gerade auch in Konflikten.


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