Blog

Gefiltert nach Kategorie Themenkreis Konflikte Filter zurücksetzen

09. Juli 2018
Alexander Luginbühl

Themenkreis Konflikte - Leidenschaft

Leidenschaft ist auch mit unserem aktuellen Themenkreis Konflikte verbunden. Leidenschaft hält auch Konflikte aus, geht ihnen nicht aus dem Weg. So auch Jesus (Mk 3,1-6): Wieder ging Jesus in die Synagoge. Dort war ein Mann mit einer gelähmten Hand. Die Pharisäaer lauerten darauf, dass Jesus ihn an einem Sabbat heilte, damit sie ihn anklagen konnten. Und Jesus sagte zu dem Mann mit der gelähmten Hand: »Steh auf und tritt in die Mitte.« Und er fragte sie: »Was ist am Sabbat erlaubt? Gutes tun oder Böses? Soll man einem Menschen das Leben retten oder ihn umkommen lassen?« Keiner sagte etwas. Jesus blickte sie zornig an. Er war traurig, dass sie so unbarmherzig waren. Zu dem Mann sagte er: »Strecke deine Hand aus!« Er streckte seine Hand aus und sie wurde geheilt. Die Pharisäer gingen hinaus und fassten gemeinsam den Beschluss: Jesus muss sterben.

Wenn Jesus Konflikte nicht gescheut hat um uns Menschen zu retten, dann ist mir das ein Vorbild, gerade auch als Lehrperson. Ich wünsche uns, dass wir unserer Leidenschaft für Kinder und junge Menschen nachgehen und alles geben, auch bei Schwierigkeiten, hohen Kosten, Ängsten und Konflikten, so wie Jesus Christus das getan hat.

Bist du dazu bereit?

Dieser Text erscheint auch im Newsletter der Fachkreises Pädagogik. Falls du mehr über den Newsletter wissen willst, so klicke hier!


11. Juni 2018
Alexander Luginbühl

05. Juni 2018
Alexander Luginbühl

Themenkreis Konflikte - Gerechtigkeit

Konflikte kennen und erleben wir alle – sie gehören zum Menschsein dazu – Konflikte mit unseren Kindern, Eltern, Arbeitskollegen und -kolleginnen, Schulleitern, Schülern,…

Das Thema Konflikte beschäftigt uns auch in der diesjährigen pädagogischen Kurswoche. Monica Kunz, eine erfahrene Konfliktmanagerin und Mediatorin, führt uns in die verschiedenen Facetten des Konfliktmanagements im Kontext Schule ein. Mehr zur pädagogischen Kurswoche gibt es hier.

Konflikte erlebe ich als Gymilehrer auch mit meinen Schülerinnen und Schülern. Ein regelmässig wiederkehrender Konfliktpunkt sind die Absenzen und als Klassenlehrer bin ich das Kontrollorgan, der Richter, welcher über entschuldigte und unentschuldigte Absenzen, das Einhalten der Fristen,… entscheidet. Aus Schülersicht bin ich ein guter Lehrer, wenn ich gerecht bin.

Was meint denn eigentlich Gerechtigkeit? Wikipedia meint dazu: Ein menschliches Verhalten gilt als gerecht, wenn Gleiches gleich und Ungleiches ungleich behandelt wird. Ich hatte einen Schüler, welcher oft im Unterricht fehlte, meistens mit Migräne, die er „zufällig“ fast immer während den Französisch-Lektionen oder frühmorgens hatte. Der Fall ist klar: ein Schwänzer, der muss hart bestraft werden. Ist das gerecht? Auch wenn er mir jedes Mal versichert, dass er wirklich Migräne hatte?

Ein anderes Beispiel: „Der verlorene Sohn“ aus menschlicher Sicht. Er kehrt, nachdem er sein Erbe verprasst hat, zerlumpt und stinkend zu seinem Vater zurück. Auch hier ist der Fall klar nach Lk 15, 19: Der Sohn spricht: „Ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn genannt zu werden. Nimm mich als Arbeiter in deinen Dienst.“ Wäre das gerecht?

Wie wir alle wissen, geht das Gleichnis anders aus: der Vater sieht seinen Sohn aus der Ferne, er läuft ihm entgegen, fällt ihm um den Hals und küsst ihn. Anschliessend gibt er ihm sein schönstes Gewand, einen Ring und sie feiern, dass der Sohn wiedergefunden wurde. So wie der Vater hier auf seinen Sohn zugeht, auch so sehe ich Jesus auf Menschen zugehen: liebevoll, geduldig, sehnend, barmherzig und vergebend.

Ich spreche also meinen Schüler liebevoll auf seine häufigen Migräneattacken an und als er mir versichert, dass er sich dessen bewusst sei und halt oft Migräne habe, so akzeptiere ich im Vertrauen seine Entschuldigung. Ist das gerecht? Oder eine selten fehlende, hilfsbereite, fleissige Schülerin, welche mir das Absenzenbüchlein hinstreckt – 4 Lektionen gefehlt um die Maturarbeit fertig zu machen – klar, Fehlen im Unterricht geht nicht, sie gibt das Schwänzen zu. Ich entschuldige ihre 4 Lektionen nicht und das wird auch im Zeugnis so ersichtlich. Ist das gerecht?

Vielleicht sollte ich noch anfügen… ich habe unter die unentschuldigte Absenz geschrieben: „Danke für ihre Ehrlichkeit, bleiben sie weiterhin so ehrlich.“ Und das wünsche ich uns allen, dass wir liebevoll, geduldig, barmherzig und vergebend allen Menschen begegnen können, gerade auch trotz allen Regeln die es an einer Schule gibt – also gerecht sein können – gerade auch in Konflikten.


Netiquette

 

Ein Blog ist ein Gefäss, in dem Meinungen geäussert und diskutiert werden. Um eine faire Diskussion zu ermöglichen, müssen sich alle Beiträge des Blog an gewisse Regeln halten (siehe unten). Kommentare, welche dieser Netiquette widersprechen, werden gelöscht.

Regeln: 

1. Pflegen Sie einen freundlichen und respektvollen Umgangston.

2. Kommentieren Sie sachlich und auf das Thema des Artikels bezogen. Fassen Sie sich kurz.

3. Äussern Sie sich fair: Beleidigungen, persönliche Angriffe, rassistische Äusserungen sind fehl am Platz.

4. Geben Sie bitte Ihren richtigen Namen an, dann können wir offen miteinander diskutieren.