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Aufräumen

Avatar of Matthias Kägi Matthias Kägi - 08. März 2018 - Alltag

Ich habe kürzlich mit meinem 9-jährigen Enkel zusammen sein Pult aufgeräumt. Ich konnte einfach nicht mehr mit ansehen, wie er in all dem „Gnusch“ nicht einmal mehr einen Bleistift fand. Wir warfen vieles fort und räumten alles was blieb an vernünftigen Orten wieder ein. Jeremy war richtig engagiert dabei und sagte am Schluss: „Ah, das ist so ein gutes Gefühl, wieder einmal zu wissen, wo alles ist! Können wir auch grad noch meine Kleider neu einräumen?“ Ich war freudig überrascht. Es hätte ja auch sein können, dass er zum Aufräumen keine Lust gehabt hätte. Aber offenbar ging es ihm gleich wie mir: Der überschwappende Überfluss an Sachen, den er nicht mehr im Griff hatte, gab ihm ein ungutes Gefühl - vermutlich Frustration und Resignation. Sich durch ein Stück Zeit und Anstrengung von diesen Gefühlen zu entlasten, wirkte befreiend.

Ich habe oft den Eindruck, dass Kinder in unserer Gesellschaft zu Hause wie auch in der Schule durch den Überfluss belastet sind. Sie kapitulieren vor der Masse an Spielzeugen oder Arbeitsblättern und Büchern. Manche finden kaum mehr, was sie brauchen. Jesus sagte im Gleichnis vom Sämann: „Die Sorgen des Alltags und die Verlockungen des Reichtums ersticken den Geist.“ (Matth 13,22) Ich habe heute begonnen, mein Büchergestell wieder einmal auszumisten und neu einzuordnen. Was für ein gutes Gefühl! Zwar schien es wie ein Luxus, mir die Zeit dafür zu nehmen. Aber sie hat sich mehr als gelohnt!

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